Das passende neue Zuhause ist gefunden, doch die bisherige Immobilie ist noch nicht verkauft. Genau in dieser Phase stehen viele Eigentümer vor einer wichtigen Entscheidung: erst verkaufen und dann kaufen oder die Chance sofort nutzen? Eine gut geplante Zwischenfinanzierung kann den nötigen Spielraum schaffen. Entscheidend ist, Kosten, Zeitplan und Verkaufserlös realistisch einzuschätzen, damit der Wechsel ins neue Zuhause nicht zur finanziellen Belastungsprobe wird.
Finanzielle Entlastung durch Zwischenfinanzierung
Eine Zwischenfinanzierung dient dazu, die Zeit zwischen dem Erwerb einer neuen Immobilie und dem Verkauf der alten zu überbrücken. Diese Finanzierungsform ist in der Regel kurzfristig und wird durch den Erlös aus dem Verkauf der alten Immobilie gedeckt. „Damit bleiben Käufer auch dann handlungsfähig, wenn sie ihre Traumimmobilie gefunden haben und diese nicht verpassen wollen“, erklärt Philipp Schmidt-Bovendeert.
Es ist entscheidend, die monatlichen Belastungen präzise zu planen. Zusätzliche Kosten für die bisherige Immobilie wie laufende Hypotheken, Versicherungsbeiträge, Wartungs- und Betriebskosten können weiterhin anfallen. „Eine zu knappe Kalkulation kann schnell zu finanziellen Engpässen führen“, warnt Schmidt-Bovendeert. Ein Finanzierungsplan sollte daher genügend Spielraum bieten und nicht ausschließlich auf dem optimalen Verkaufspreis basieren.
Effektive Vorbereitung auf das Bankgespräch
Bei der Beantragung einer Zwischenfinanzierung legen Banken großen Wert auf die Sicherheit des prognostizierten Verkaufserlöses. Eine fundierte Bewertung der aktuellen Immobilie ist daher essentiell. „Je besser der Marktwert nachgewiesen werden kann, desto stärker steht man in Finanzierungsverhandlungen“, betont Schmidt-Bovendeert.
Ein durchdachter Verkaufsplan verbessert ebenfalls die Verhandlungsposition. Dieser sollte einen realistischen Preis, eine Vermarktungsstrategie, einen geplanten Verkaufszeitraum und idealerweise bereits erste Kaufinteressenten umfassen. Die Banken wollen sehen, dass der Verkauf gut organisiert ist. Auch vorhandenes Eigenkapital und andere Sicherheiten können die Chancen auf günstigere Konditionen erhöhen.
Optimierung von Verkauf, Kauf und Übergang
Es ist nicht immer ratsam, den Verkauf der alten Immobilie komplett abzuwarten. Wer zuerst verkauft, gewinnt an Planungssicherheit, könnte jedoch eine Zwischenlösung benötigen. Wer hingegen zuerst kauft, profitiert von mehr Komfort und Zeit, geht aber ein größeres finanzielles Risiko ein.
„Eine Möglichkeit ist, den Verkauf frühzeitig zu initiieren und den Auszug auf einen späteren Zeitpunkt festzulegen“, schlägt Schmidt-Bovendeert vor. Eine kurze Mietphase oder eine Vereinbarung über eine spätere Übergabe können ebenfalls den Übergang erleichtern. Wichtig ist, alle relevanten Termine aufeinander abzustimmen: Fälligkeit des Kaufpreises, Notartermine, Darlehensauszahlungen, Übergabe und der erwartete Verkaufserlös müssen harmonieren.
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Hinweise
In diesem Text wird aus Gründen der besseren Lesbarkeit das generische Maskulinum verwendet. Weibliche und anderweitige Geschlechteridentitäten werden dabei ausdrücklich mitgemeint, soweit es für die Aussage erforderlich ist.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung im Einzelfall dar. Bitte lassen Sie die Sachverhalte in Ihrem konkreten Einzelfall von einem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater klären.
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